Zukünftige Klärschlammentsorgung und Schaffung von zusätzlichem Rückstauvolumen im Abwasserbereich standen im Gemeinderat zur Entscheidung an

Bereits seit dem Jahr 2007 wird der Klärschlamm in Ubstadt-Weiher nicht mehr landwirtschaftlich sondern energetisch und zwar durch Verbrennung verwertet. Nach Kündigung des Entsorgungsvertrages im Jahr 2018 durch den Entsorger zum Jahresende hin bestand Handlungsbedarf.

Zunächst stimmte der Gemeinderat seinerzeit dem Abschluss eines Entsorgungsvertrages für ein Jahr ab dem 01.01.2019 zu; verbunden mit dem Prüfungsauftrag, welche weiteren Wege zur Entsorgung des Klärschlammes es als Alternative zur bisherigen Vorgehensweise gibt. Um die hierzu notwendigen Kenntnisse erhalten zu können und ggfs. eine öffentliche Ausschreibung der entsprechenden Leistungen vornehmen zu können, war die Erstellung eines Klärschlammentsorgungskonzeptes notwendig. Eine, auf diese Thematik spezialisierte, Firma stellte die Ergebnisse dem Ausschuss für Umwelt- und Technik vor. Resümee der Untersuchungen, bei der auch Alternativen wie z.B. Vererdung oder solare Trocknung geprüft wurden, ist, dass die Beibehaltung der bestehenden Entsorgung (mobile Entwässerung und thermische Verwertung) die Vorzugslösung darstellt. Der Gemeinderat folgte der Empfehlung des Ausschusses für Umwelt- und Technik und beschloss die Entsorgung des Klärschlamms auf bisherigem Weg beizubehalten und zukünftig weiterhin den anfallenden Klärschlamm zu entwässern und danach einer thermischen Verwertung zuzuführen. Die hierzu notwendigen Leistungen sollen öffentlich ausgeschrieben werden.
Mit der Entscheidung zur Schaffung von zusätzlichem Rückstauvolumen hatte sich der Gemeinderat mit einem weiteren Tagesordnungspunkt im Abwasserbereich zu befassen. Ausgangspunkt war eine, im Oktober 2017, durchgeführte Kanalanalyse von Ubstadt-Weiher. Ein Bestandteil dieser Analyse war die Neuaufstellung einer Schmutzfrachtberechnung aus der hervor ging, dass ein Rückstauvolumen in einer Größe zwischen ca. 500 m³ und 1.000 m³ fehlt. Das bestehende Entwässerungsnetz hat in den Ortsteilen Ubstadt, Zeutern und Stettfeld Regenwasserbehandlungsanlagen, sogenannte Regenüberlaufbecken (mit Puffervolumen) und Regenüberläufe (ohne Puffervolumen), welche das Kanalnetz bei stärkeren Regenereignissen entlasten, indem ein Teilabfluss in das Gewässer abgeschlagen wird. Da es sich bei dem Abschlag um Mischwasser handelt ist der Abfluss in das Gewässer mit einer entsprechenden Schmutzfracht belegt. Werden die zulässigen Entlastungsfrachten überschritten, so besteht Handlungsbedarf, um den vorgeschriebenen Gewässerschutz mit den definierten Schutzzielen einzuhalten. Für die Volumenberechnung wurden verschiedene Betrachtungszeiträume mit einer Zustandsprognose belegt. So ergab z.B. die Berechnung für das Jahr 2035, mit der Annahme, dass alle Erweiterungsflächen des Flächennutzungsplans bebaut sind, ein Fehlvolumen von 1.100 m³. Um dieses Fehlvolumen ausgleichen zu können war im Jahr 2018 ein Ingenieurbüro mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie sowie einer Standortuntersuchung zum Bau eines Regenüberlaufbeckens bzw. einer Alternative hierzu beauftragt worden. Im Zuge dieser Machbarkeitsstudie wurde in Abwägung verschiedener Faktoren die wasserwirtschaftlich, technisch und ökonomisch sinnvollste Lösung mit einer Volumenerweiterung am bestehenden Regenüberlaufbecken bei der Kläranlage gefunden. Das bedeutet, dass ein weiteres Becken im Anschluss an die bisherigen 3 Regenüberlaufbecken angebaut werden soll. Die Erkenntnisse und Details der Studie waren dem Ausschuss für Umwelt und Technik bereits im Vorfeld der Gemeinderatsitzung vorgestellt worden. Der Gemeinderat folgte der Empfehlung des Ausschusses zur Erweiterung des Regenüberlaufbeckens bei der Kläranlage und beschloss den Bau eines weiteren Beckens. Die vorläufige Kostenannahme beziffert Baukosten in Höhe von ca. 875.000 € brutto zzgl. Baunebenkosten. Die Umsetzung soll im Jahr 2020 beginnen. Die notwendige Planung soll schon im Jahr 2019 erfolgen. Der Gemeinderat beschlossen, den Planungsauftrag mit Kosten von rund 59.000 € an ein Ingenieurbüro aus Sinsheim zu vergeben.
 
Bildunterschrift: Das bestehende Regenüberlaufbecken an der Kläranlage wird um ein weiteres Becken erweitert.