Zahlreiche Gebäude weisen Mängel auf

Der alte Ortskern von Ubstadt soll schöner werden - eine Aufgabe, der sich die Gemeindeverwaltung von Ubstadt-Weiher schon seit einigen Jahren widmet. Einen weiteren Meilenstein erreichte das Projekt Sanierungsgebiet „Ortskern III Ubstadt” in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Einstimmig quittierte das Gremium den Abschlussbericht der Voruntersuchung und setze die planerischen Ziele fest.

Die Dauer des Sanierungsverfahrens wurde auf die Zeit bis zum 31. Dezember 2028 begrenzt. Den Abschlussbericht und den daraus resultierenden Katalog für Sanierungsmaßnahmen präsentierten die zuständigen Planer der LBBW-Immobilien-Kommunalentwicklung, Lutz Fricke und Mathias Ellesser. Grundlage ihrer Ergebnisse war eine Befragung der Betroffenen Grundstückseigentümer beziehungsweise Anwohner. „Wir hatten mit 54 Prozent eine durchaus respektable Rücklaufquote”, leitete Ellesser seine Erläuterungen ein. Der Großteil der betroffenen Gebäude - insgesamt 105 - wurde mit 21 Anwesen zwischen 1950 und 1979 gebaut. 18 Häuser wurden sogar noch von 1919 errichtet - nur rund fünf Prozent der Gebäude sind jünger als 20 Jahre. 70 Prozent der Gebäude im Sanierungsgebiet weisen Mängel auf. Verständlich demnach, das mit 51 Prozent knapp die Hälfte der Befragten Interesse angemeldet hat, sich über die Förderungsmöglichkeiten einer Sanierung zu informieren. Besonders hoch im Kurs waren dabei Dach und Heizungssanierung, aber auch der EInsatz regenerativer Energien. Nur rund ein Drittel interessierte sich für eine Badsanierung „Aber das ist in der Regel auch der Bereich im Haus, in dem man sich besonders wohl fühlen möchte und wahrscheinlich schon früher selbst etwas gemacht hat”, erklärte Ellesser. Grundlage einer Förderung ist die Berücksichtigung der Energieeinsparverordnung und der Abschluss einer Modernisierungsvereinbarung mit der Gemeinde. Förderungsfähig sind etwa die Verbesserung von Wärmedämmung, eine Heizungserneuerung, energiesparende Fenster, Ausbauten für mehr Barrierefreiheit, oder die Erneuerung der elektrischen oder sanitären Installation. Dabei werden maximal 20 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten pro Gebäude beziehungsweise 25000 Euro pro Grundstück gefördert. Bei der denkmalgeschützten Gebäuden kann der Fördersatz auf maximal 35 Prozent bis zu 30000 Euro erhöht werden. Die grundlegenden Sanierungsziele für das Gebiet sehen eine „Aufwertung und Neuordnung der Ortsmitte mit Erhalt der typischen Strukturen” vor. Dabei sollen auch der öffentliche Raum und die Straßen mit einbezogen werden. Neben einer energetischen Sanierung des Quartiers stimmte der Gemeinderat auch für eine Aufwertung des Parkraumangebots, stärkung von Einzelhandel und Dienstleistungsangeboten sowie eine Verbesserung und weitere Vernetzung von Grünflächen. Der bewilligte Kostenrahmen für das Landessanierungsgebiet Ubstadt beträgt 1333333 Euro - 800000 Euro trägt das Land, den Rest die Gemeinde.
 
(Zuerst erschienen in der Bruchsaler Rundschau - veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Autoren Sascha Balduf)