Wasserzweckverband Kraichbachgruppe erhält Landeszuschuss

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Mit 300.300 Euro wird Projekt zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit unterstützt
 
Am 10. August hat der Wasserzweckverband Kraichbachgruppe mit Sitz in Forst Post vom Regierungspräsidium Karlsruhe erhalten. Unter dem sperrigen Betreff „Zuwendung für wasserwirtschaftliche Vorhaben Wasserversorgung“ verbirgt sich die sehr erfreuliche Zusage von Fördermitteln des Landes in Höhe von über 300.000 Euro für zwei Maßnahmen des Zweckverbands. Die Erneuerung der Hauptwasserleitung vom Wasserwerk bis zum Kreisel Furtwiese Weiher zum einen und die Erneuerung der Hauptwasserleitung zwischen dem Hochbehälter I Ubstadt, oberhalb des geplanten Neubaugebiets „Tiefeweg“ Ubstadt und dem Hochbehälter II Stettfeld, entlang des Kallenberger Wegs, unweit vom Eisengrubenwald, zum anderen. Diese Teilstücke leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit im gesamten Zweckverbandsgebiet.

Die zuwendungsfähigen Kosten für beide Projekte belaufen sich auf rd. 590.000 Euro. Die Förderquote liegt damit bei etwas über 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Insgesamt wird die Umsetzung der Maßnahmen jedoch mit ca. 1,8 Mio. € zu Buche schlagen. Die Differenz rührt daher, dass die zuwendungsfähigen Kosten teilweise nur den Anteil der Aufdimensionierung der bereits vorhandenenLeitungen beinhalten.
Das Land Baden-Württemberg fördert gemäß „Förderrichtlinie Wasserwirtschaft 2015“ im ganzen Land Projekte, die einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Grundvoraussetzung für die Antragstellung ist ein Strukturgutachten, das kritische Maßnahmen systematisch darstellt. Dieses wurde durch Beschluss der Verbandsversammlung - dem Mitglieder des Gemeinderats aus Ubstadt-Weiher und Forst sowie die Bürgermeister beider Gemeinden angehören - beim Bruchsaler Ingenieurbüro Nohe+Vogel in Auftrag gegeben. Auf Grundlage dieses Strukturgutachtens wurde dann ein Förderantrag beim Regierungspräsidium eingereicht, der nun mit Erfolg gekrönt wurde. Der Forster Bürgermeister und Zweckverbandsvorsitzende Bernd Killinger bedankt sich ausdrücklich auch beim Land Baden-Württemberg für die Fördermittelbereitstellung und bei seinem Team für die solide Wirtschaftsplanung und die erfolgreiche Begleitung des Antragstellungsverfahrens.
Die Verbandsversammlung hat bereits beschlossen die Erneuerungsmaßnahme zur Ausschreibung zu bringen. Mit den Ergebnissen, der Vergabe und dem Baubeginn ist im Spätjahr zu rechnen.
 
Die Fördermittel des Landes leisten einen wichtigen Beitrag für Erhalt und Ausbau des vorhandenen Leitungssystems, was regelmäßig einem finanziellen Kraftakt gleichkommt. Auch wenn es dem Zweckverband in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Nohe+Vogel durch geschickte Steuerung der Ausschreibungen in Corona-Zeiten gelungen ist, am Markt gute Preise für die mit der Erneuerung des Leitungsnetzes verbundenen Tiefbauarbeiten zu erzielen, so ist insgesamt doch festzustellen, dass sich die enormen allgemeinen Preissteigerungen der Bauwirtschaft in den zurückliegenden Jahren gerade auch den Zweckverband hart getroffen haben. Jährlich setzt der Zweckverband Millionenbeträge um, um das Leitungssystem auf einem aktuellen Stand zu halten. Insbesondere seit der Realisierung der Enthärtungsanlage hat die Verschuldung des Zweckverbands deutlich zugenommen. Da das Leitungsnetz zwischenzeitlich in die Jahre gekommen ist, wird der Investitionsaufwand auf absehbare Zeit sehr hoch bleiben. Hinzu kommt der Infrastrukturausbau durch das Siedlungswachstum insbesondere in Ubstadt-Weiher. Da der Wasserzweckverband ein umlagefinanziertes System ist, werden die erforderlichen Kreditaufnahmen für Investitionen nicht aus allgemeinen Steuermitteln finanziert, sondern über den sogenannten „Wasserzins“. Besonders erfreulich ist es demnach, wenn durch eine beachtliche Förderquote die Kreditaufnahme reduziert werden kann. Die erfolgreiche Einwerbung von Fördermitteln wirkt sich demnach dämpfend auf die Erhöhung der Wassergebühr aus. Besonders erfreulich ist in diesem Fall, dass ein vom Zweckverband ohnehin vorgesehenes Projekt eine Bezuschussung erfährt und nicht wie so oft Projekte gefördert werden, die überhaupt nicht Teil des Wirtschaftsplans sind.  
Auch sonst steht der Wasserzweckverband vor einem gewissen Umbruch. Zwei erfahrene und verdiente Mitglieder des fünfköpfigen Teams blicken dem verdienten Ruhestand entgegen. Die Verbandsversammlung hat demnach die Geschäftsführung des Zweckverbands beauftragt die Nachfolge zu regeln. Die Personalauswahl ist bereits erfolgt. Aktuell werden die erforderliche Einarbeitungen sowie Weiterqualifizierungsmaßnahmen vorbereitet. Die neuen Mitarbeiter werden im Oktober und zum Jahreswechsel ihren Dienst aufnehmen und von den erfahren Kräften eingearbeitet werden. Im Jahresverlauf 2022 wird sich das Team dann neu formieren können, um die Versorgungssicherheit der Zukunft sicher zu stellen.