Verdachtsquellen unter Nachweisgrenze

Der Schulhaussanierung im Alfred-Delp-Schulzentrum wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung ein weiterer Kostenpunkt hinzugefügt. Der Entwurfsplanung inklusive Kostenrechnung hatte der Rat schon im September zugestimmt. Das Büro Arcadis, welches im Vorfeld Schadstoffuntersuchungen angestellt hatte, hatte empfohlen, weitere Untersuchungen auf PCB und Formaldehyd anzustellen, deren Ergebnisse mittlerweile feststehen.

Verdachtsquellen auf PCB in der Alfred-Delp-Schule lagen demnach unter der Nachweisgrenze von einem Nanogramm pro Kubikmeter Raumluft. Im Hermann-Gmeiner-Haus wurde zwar PCB-Werte gemessen, jedoch lagen diese unter dem Vorsorgerichtwert, weshalb Arcadis und Verwaltung keinen Handlungsbedarf feststellen konnten. Anders bei den Formaldehydmessungen. Zwar lagen die Werte mit 48,7 beziehungsweise 55,3 Mikrogramm pro Kubikmeter unter den Richtwerten des Umweltbundesamts (100 Mikrogramm), dennoch könne diese Konzentration bei besonders sensiblen Personen eine Reizung hervorrufen. Als Ursache wurden die Deckenplatten identifiziert. Der Gemeinderat bewilligte einstimmig, das Büro Arcadis mit der Schadstoffsanierung zu beauftragen. Diese beinhaltet die Entfernung sämtlicher Deckenplatten im Hermann-Gmeiner-Haus und den Einbau von Gipskarton-Rasterdecken. Die Kosten für Planung und Überwachung belaufen sich auf rund 63000 Euro. Für den Austausch der Decken in 17 Räumen rechnet die Gemeinde mit rund 95000 Euro. Die Kostensteigerung wird durch die für die Sanierung veranschlagten Haushaltsmittel abgedeckt. Kritisch äußerte sich Stefanie Greiselis-Bailer (CDU), die betonte, dass die Gemeinde nicht verpflichtet sei, die Deckenplatten auszutauschen und stellte damit die Mehrkosten in Frage. Bürgermeister Tony Löffler verwies auf die Bescheinigung des untersuchenden Büros, das durchaus Reizungen hervorgerufen werden könnten. Spätestens wenn dieser Fall bei einem Schüler einträte, müssten die Platten sowieso ausgetauscht werden. „Ja, wir sind nicht verpflichtet - schlagen es Ihnen aber trotzdem vor”, sagte er und erklärte, dass die neuen Platten obendrein den Schallschutz verbesserten.
 
(Zuerst erschienen in der Bruchsaler Rundschau - veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Autoren Sascha Balduf)