Unkraut oder extensive Grünfläche?

In Ubstadt-Weiher werden gezielt manche Grünflächen extensiv gepflegt. Was bedeutet das? Während intensive Rasenflächen während der Vegetationsperiode alle 14 Tage gemäht werden, damit man auf ihnen laufen und spielen kann und damit sie die Verkehrswege nicht beeinträchtigen, greift man für Flächen, die nicht genutzt werden nur 2x pro Jahr zum Mäher. Prädestiniert für diese extensive Pflege sind Böschungen, die nach Süden ausgerichtet sind (wie z.B. an der Mehrzweckhalle in Zeutern und entlang der Friedhofsmauer in Ubstadt).

Auf solchen Flächen wachsen bei entsprechender Pflege wärmeliebende Kräuter wie z.B. der blauviolette Wiesensalbei, der im Mai zusammen mit gelbem Hornklee um die Wette blüht und zahlreiche Insekten anlockt. Nach der Blüte bilden sie Samen, damit ihr Bestand langfristig erhalten bleibt. Danach, ungefähr Mitte Juni, darf gemäht werden, um den Sommerblühern, wie dem wilden Oregano Platz zu machen. Danach erfolgt – je nach Witterungsverlauf - eine zweite Mahd im Spätsommer und nur in Ausnahmefällen noch eine dritte Mahd vor dem Winter. Teilweise wird dann das Mähgut von den Flächen abgeräumt, um dem Boden Nährstoffe zu entziehen, denn auf mageren Böden ist die Blütenvielfalt größer als auf fetten.
Mit dem beschriebenen Pflegekonzept verfolgt die Gemeindeverwaltung mehrere Ziele: Zum einen wird der Arbeitsaufwand für den Bauhof bei stetig steigenden Aufgaben für die Mitarbeiter ein wenig reduziert, zum anderen können sich die Flächen zu ökologisch wertvollen wie optisch anspruchsvollen Kräuterrasen entwickeln. Damit leistet die Gemeinde einen wichtigen Beitrag zu mehr Ökologie auf kommunalen Flächen. Spätestens seit dem Jahr 2010, das die UNO zum ‚Internationalen Jahr der Biodiversität‘ ausgerufen hatte, ist diese Aufgabe ganz gezielt in die Kommunen hineingetragen worden, um heimischen Pflanzen und Tieren mehr Lebensraum innerhalb der Siedlungen zu bieten.