Ubstadt-Weiher will Problem-Bäume ersetzen

Gemeindeverwaltung reagiert auf Beschwerden

Wenn im Herbst das Laub von den Bäumen segelt, kann schnell unangenehme Fegearbeit anstehen. In anderen Fällen wird das frisch gewaschene Auto beschädigt. Diese und auch andere Gründe sind immer wieder Anlass für Beschwerden bei der Gemeindeverwaltung. Der Gemeinderat Ubstadt-Weiher segnete mit einstimmigem Votum einen Grundsatzkatalog ab, mit dem künftig über den Austausch von solchen Problem-Straßenbäumen entschieden werden soll.

Zuvorderst gilt dabei: Baumstandorte müssen erhalten werden, ebenso werden gesunde Bäume nicht entfernt. Ersetzt werden abgestorbene Bäume und solche, deren Beschädigung nicht mehr behoben werden kann. Keine Chance für diejenigen, die sich von einem Baum auf öffentlichen Grund gestört fühlen, mag man meinen. Doch Ausnahmen sind unter dem Aspekt der „überdurchschnittlichen Belastung“ möglich. Diese könne, so die Vorlage der Verwaltung, etwa durch mehrere große Bäume in unmittelbarer Nähe zu einem Anwesen entstehen.
Die Gleditsie, ein Baum, der wegen seine enormen Robustheit gegenüber Krankheiten, Schädlingen und Streusalz im Straßenbau sehr beliebt ist, ist gleichzeitig besonders häufig Gegenstand von Beschwerden, weil er sehr kleine, schwer aufzunehmende Blätter hat. Sollte es an einem Standort, bekannt ist die Einmündung am Schafhaus/Ringstraße in Stettfeld, zu übermäßiger Laubbelastung kommen wäre ein Austausch im Winter 2021/22 möglich.
Früher könnte in anderen Fällen Abhilfe geschaffen werden. Es kann vorkommen, erklärt die Verwaltung, dass statt der für den innerörtlichen Bereich optimierten Zuchtform versehentlich eine wilde Art der Gleditsie geliefert und gepflanzt wird. Diese ist bedornt und wirft im Winter zusätzlich große Fruchtmengen ab. Eine solche Verwechslung nimmt die Verwaltung bei 15 der 23 Exemplare im Erlengrund und im Weihbett in Ubstadt an.
Dort wurde auch teilweise Wurzelschäden durch die Bäume beobachtet, weshalb es die Verwaltung für möglich hält, acht Gleditsien im Erlengrund noch in diesem Winter zu tauschen. Sofern von den Anwohnern gewünscht könnten bis 2021 weitere acht folgen. Für die folgenden drei Jahre entstehen dadurch Kosten von mindestens 75 000 Euro.
 
(Sascha Balduf, veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung)