Ubstadt-Weiher pflanzt 4000 Bäume für den Klimaschutz

Die Gemeinde Ubstadt-Weiher beteiligt sich bei der Aktion „1000 Bäume für 1000 Kommunen“ des Gemeindetags Baden-Württemberg, um ein Zeichen gegen den Klimawandel zu setzen.

(v.l.n.r.): Jens Schweizer, Michael Koch, Martin Moosmayer, Axel Wermke, Tony Löffler, Rainer Zeisel

Unter dem Motto „1000 Bäume für 1000 Kommunen“ ruft der Gemeindetag Baden-Württemberg seine Mitglieder auf, gemeinsam eine Million neue Bäume als Maßnahme gegen den Klimawandel zu pflanzen. Unter dem Eindruck der massiven Waldschäden im Gemeindewald Ubstadt-Weiher, welche durch die beiden Hitzesommer 2018 und 2019 hervorgerufen wurden, möchte sich die Gemeinde an dieser Aktion ebenfalls beteiligen.

Für die Pflanzung der Bäume wurde eine 8000 Quadratmeter große, direkt an den Gemeindewald angrenzende Fläche in der Nähe des Festplatzes im Ortsteil Ubstadt ausgesucht. Auf dieser knapp fußballfeldgroßen Fläche wurden insgesamt 4000 Bäume gepflanzt – symbolisch für jeden der vier Ortsteile 1000 Bäume.
Aufgrund der Coronasituation in den vergangenen Monaten konnte die Fläche nicht wie ursprünglich beabsichtigt mit den Mitgliedern des Gemeinderats im Rahmen eines Waldbegangs bepflanzt werden. Stattdessen wurden die Bäumchen durch ein Forstunternehmen gesetzt. Bei einem gemeinsamen Vororttermin mit Bürgermeister Tony Löffler und den Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen, Herren Wermke (CDU), Koch (FWV) und Zeisel (SPD) informierte das Forstamt über die durchgeführten Arbeiten.
Forstamtsleiter Martin Moosmayer berichtete über die aktuellen Waldschäden im Landkreis und erläuterte, wie sich das Waldbild zukünftig aufgrund des Klimawandels ändern wird. „Die heute im Gemeindewald zusammen mit der Eiche dominierende Buche wird es deutlich schwerer haben. In Zukunft wird sie in geringeren Anteilen vertreten sein“, erklärt Martin Moosmayer. Besonders drastisch werde sich das Waldbild im Hardtwald ändern. Hier herrschen schon heute extreme klimatische Verhältnisse vor. Wie sich die klimatischen Bedingungen in 100 Jahren tatsächlich auf die einzelnen Baumarten auswirken, kann nicht endgültig abgeschätzt werden. Bei der Begründung neuer Forstkulturen sollte deshalb auf eine Mischung verschiedener Baumarten geachtet werden, damit eine möglichst breite Risikostreuung erreicht wird, erläutert der Leiter des Forstamts.
„Um einen für die Zukunft klimastabilen Wald zu erhalten, wurde die aufzuforstende Fläche mit fünf verschiedenen Laubbaumarten bepflanzt“, erklärte der zuständige seit 01.01.2020 für den Gemeindewald Forstrevierleiter Jens Schweizer. „Hauptsächlich wurden trockenresistente Kirschen und Eichen auf der Fläche gepflanzt, welche durch Einzelbeimischungen von Schwarznuss, Erle und Plantane ergänzt wurden. Die Kosten für die Aufforstung belaufen sich auf insgesamt 6000 €. Aus Sicht der Forstexperten eine gute Investition, wenn man berücksichtigt, dass auf der aufgeforsteten Fläche jährlich 10 Tonnen CO2 gebunden werden.
Da der Wald als Kohlenstoffsenke eine zentrale Rolle für den Klimaschutz spielt, ist sein Erhalt und Schutz ein großes Anliegen der Gemeinde. Seine Nutz- und Schutzfunktionen zu erhalten, wird angesichts des Klimawandels eine Generationenaufgabe sein, so der gemeinsame Konsens der Teilnehmer. „Eine Aufgabe, die wir als Gemeinde gerne anpacken möchten, um auch unseren folgenden Generationen einen Wald, wie wir ihn erhalten haben, weitergeben zu können“, resümiert Bürgermeister Tony Löffler am Ende der Veranstaltung.