Reptilienlebensräume für die Bahnhof-Erschließung

Im Zeuterner Gewann Hofäcker entstehen Reptilienlebensräume

Stettfeld bekommt einen DB-Bahnhof. Für die dazugehörige Park-and-Ride-Anlage sowie die Erschließungsstraße wird Fläche in Anspruch genommen, für die ein ökologischer Ausgleich erbracht werden muss.

Zunächst muss bei jedem Bebauungsplanverfahren eine artenschutzrechtliche Untersuchung erfolgen. Dabei wurde in Stettfeld u.a. festgestellt, dass eine Beeinträchtigung von Eidechsen und Schlingnattern durch den Bau der Verkehrsflächen beim neuen DB-Bahnhof nicht auszuschließen ist. Da aber alle heimischen Reptilien-Arten nach deutschem und europäischem Naturschutzrecht streng geschützt sind, muss nun Lebensraum für diese Tiergruppe an anderer Stelle aufgewertet werden. Geeignete Flächen wurden in den Zeuterner Gewannen „Hofäcker“ und „Gänsbuckel“ gefunden. Dort waren in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden bereits im Winter Gehölze auf den Stock gesetzt und Flächen freigestellt worden, die eine gezielte Entwicklung zum Reptilienlebensraum erfahren sollen. Vielfältige Strukturen sollen geschaffen werden, die alles bieten, was Eidechsen und Schlingnattern für ihren Lebenszyklus benötigen: lichte Gehölze, Säume und besonnte Flächen, sowie Versteckmöglichkeiten in Form von Reisighaufen und Refugien aus Steinen, Sand und Holz.
Zu diesem Zweck wird derzeit mit dem Bagger Material geschoben und Erde ausgehoben, um die Vegetation und die Strukturen in die gewünschte Richtung zu lenken. Brombeeren und die dominante, kanadische Goldrute werden gezielt minimiert und dafür sollen wärmeliebende Blütenpflanzen wie Zypressen-Wolfsmilch, Wiesensalbei und Blutstorchschnabel gefördert werden. Wesentlich für den Erfolg der Maßnahme und die erwünschte Ausbreitung der Reptilien wird insbesondere die angepasste Pflege der Flächen sein. Der gesamte Aufwand ist relativ groß, wird aber letztlich dadurch gerechtfertigt, dass die Region am westlichen Kraichgaurand eine besondere Verantwortung für Reptilienarten wie Zauneidechsen und Schlingnattern hat. An den besonnten Lößböschungen und im warmen Kraichgauklima kommen diese Tiere vor, deren Lebensraum im Allgemeinen stark schwindet, wodurch die Arten stark gefährdet und deshalb naturschutzrechtlich streng geschützt sind.