Waldbetriebsplan 2022 Ubstadt-Weiher

Feuchter Sommer bedeutet für den Wald in Ubstadt-Weiher nur kleine Erholung

Auch wenn viele diesen Sommer nicht als solchen wahrgenommen haben, so war es für die Forstwirtschaft immerhin keine ganz schlechte Jahreszeit. „Es war ein normales Jahr, aber noch lange nicht genug nach den drei trockenen Sommern“, erläuterte Forstbezirksleiter Simon Boden dem Gemeinderat mit Blick auf den Dürremonitor. „Die Speicher sind noch nicht aufgefüllt.“ War das Frühjahr nach einem trockenen Winter noch „bedingt gut“, so waren im Sommer die Verhältnisse für die Bäume durchaus besser. „Der Wald reagiert träge im Nachgang“, sagt Boden und bezieht sich dabei vor allem auf die Dürreschäden bei den Buchen. Erschwerend kam dazu, dass die Rheinebene in Baden-Württemberg wortwörtlich zu den Hotspots zählt, was die Trockenheit betrifft. Auch das Eschentriebsterben setzt dem Gemeindewald immer noch zu, was angesichts der Buchensituation etwas aus dem Fokus gerückt sei. Entsprechend wichtig sei daher Pflanzung, Kultursicherung und Jungbestandspflege. Laut Revierleiter Jens Schweizer wurden in diesem Jahr auf 0,6 Hektar 1.050 Pflanzen angebaut, vorwiegend Kirsche, Walnuss und Douglasie, 2022 sind 0,7 Hektar Walnuss vorgesehen. Die jungen Pflanzen in den oberen Erdschichten haben vom Niederschlag besonders profitiert, „dem zukünftigen Wald geht es recht gut“, sagt Schweizer.

Erholt hat sich auch die Lage auf dem Holzmarkt, der sich durch die steigende Nachfrage wieder etwas stabilisiert hat. Aktuell sind 1.585 Festmeter geschlagen, 340 Festmeter stehen noch aus, für 2022 sind 2.170 Festmeter geplant. Auch in diesem Jahr wird mit einem erhöhten Anteil an „zufälliger Nutzung“ gerechnet, also das Fällen von verdorrten Bäumen, deren Anteil im Jahr 2020 überproportional gestiegen war.

Die Brennholzpreise für die Bevölkerung werden stabil bleiben für den Festmeter Nadelholz (42 Euro) und Weichlaubholz (36 Euro), lediglich das Hartlaubholz wird um einen Euro auf 57 erhöht. Schlagraum bleibt bei 12 bis 20 Euro pro Ster, ebenso der Doppelster Gabholz bei 70 Euro.

Den Einnahmen von 125.000 Euro stehen allerdings Aufwendungen von 154.940 Euro gegenüber – nicht nur für Fällen und Aufbereitung, sondern auch für Pflege der Kulturen, Instandsetzung von Waldwegen und erstmals auch das Aufstellen von Bänken.

Das Defizit sieht Bürgermeister Tony Löffler jedoch nicht so dramatisch im Hinblick auf die Freizeit- und Erholungsfunktion: „Gemessen an der Fläche ist es immer noch die günstigste Grünanlage, die die Gemeinde hat. Das muss uns der Wald Wert sein.“ Für die kommenden Jahre sieht die Prognose allerdings ähnlich aus, zumal durch das Buchensterben zusätzlich in Ersatzpflanzungen investiert werden muss.

(Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der BNN, Armin Herberger)