Natura 2000-Managementplan für das FFH-Gebiet „Kinzig-Murg-Rinne und Kraichgau bei Bruchsal“ ist fertiggestellt

Artenreiche Flachlandmähwiesen wie hier in den Silzenwiesen sind geschützte Lebensräume gemäß FFH-Richtlinie

Der Natura 2000-Managementplan für das rund 2.600 Hektar große FFH-Gebiet „Kinzig-Murg-Rinne und Kraichgau bei Bruchsal“ ist fertiggestellt. Für die Gebiete des europäischen Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“ werden im Auftrag der Regierungspräsidien Natura 2000-Managementpläne erstellt. Mit Hilfe dieser Managementpläne soll der Schutz und die Erhaltung der in Natura 2000-Gebieten vorkommenden Lebensraumtypen und Arten der Fauna-Flora-Habitat- und der Vogelschutz-Richtlinie umgesetzt werden.

Das Gebiet mit seinen 13 Teilflächen liegt im Übergang der Naturräume Kraichgau und Hardtebene, der für das strukturreiche FFH-Gebiet besonders prägend ist. Durch die unterschiedlichen Naturräume beherbergt das FFH-Gebiet eine Vielzahl an wertvollen Lebensräumen und einen besonderen Artenreichtum. Wie ein Mosaik sind verschiedene Lebensräume miteinander verzahnt und bilden wertvolle Biotope, in denen sich seltene Arten, zum Beispiel die Gelbbauchunke und der Holzkäfer Heldbock wohlfühlen.

Auf der Gemarkung Ubstadt-Weiher gehören die Bruch- und Silzenwiesen im Ortsteil Ubstadt zum Schutzgebiet

Dort sind es die artenreichen Mähwiesen, die als Lebensraum gemäß der FFH-Richtlinie geschützt sind. Als einziges Vorkommen im Gebiet wurde dort der Dunkle Ameisen-Bläuling erfasst – eine Schmetterlingsart mit komplexem Entwicklungszyklus, die u.a. auf den selten gewordenen Großen Wiesenknopf als Futterpflanze angewiesen ist. Das Mosaik aus temporären Kleingewässern, Gehölzen und Freiflächen in den Silzenwiesen gilt als sehr gute Ausstattung für den dort lebenden Kammmolch, der zu den Amphibien im Focus der FFH-Richtlinie gehört.
 
Im Managementplan werden Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten erfasst, die von europäischer Bedeutung sind. In gemeinsamer Abstimmung mit Fachverwaltungen, Gemeinden, Gewässer-, Forst- und Landwirtschaftsvertretern und Naturschützern wurden Ziele und Maßnahmen formuliert, die einen dauerhaften Erhalt und eine weitere Entwicklung dieser wertvollen Lebensräume und Arten sicherstellen. Verschiedene Fördermöglichkeiten unterstützen die Bewirtschafter bei der konkreten Umsetzung von Maßnahmen. So kann ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Europa geleistet werden, der der Verantwortung für naturnahe Lebensräume und deren seltene Bewohner gerecht wird.

Der Managementplan liegt ab sofort zu den ortsüblichen Öffnungszeiten in den nachfolgend genannten Dienststellen zur Einsicht aus:

  • Landratsamt Karlsruhe, Beiertheimer Allee 2, 76137 Karlsruhe ,
    Zimmer H0525 Öffnungszeiten:
    nach telefonischer Anmeldung bei Frau Krope: 0721-936 87510
  • Stadt Karlsruhe, Abteilung Ökologie, Markgrafenstr. 14,
    76131 Karlsruhe
    nach vorheriger Anmeldung im Sekretariat im 4. OG: Tel.: 0721/133-3101
  • Regierungspräsidium Karlsruhe, Referat Naturschutz und Landschaftspflege, Karl-Friedrich-Straße 17, 76133 Karlsruhe

Eine vorherige Terminvereinbarung wird empfohlen.
 
Die Unterlagen stehen außerdem auf der Internetseite der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) zum Download bereit:
http://www4.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/44926/
 
Weitere Informationen zu den Natura 2000-Managementplänen sind auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Karlsruhe im Beteiligungsportal unter
Natura 2000-Gebiete unter folgendem Link zu finden:
https://rp.baden-wuerttemberg.de/rpk/Dialog/Seiten/default.aspx