Besuch beim Imkerverein am ‚Tag der deutschen Imkerei‘

Vielfältig war das Programm am Tag der deutschen Imkerei beim Imkerverein Bruchsal e.V.

Zum Tag der deutschen Imkerei hatte der Imkerverein Bruchsal e.V. am vergangenen Sonntag zum Lehrbienenstand in Ubstadt eingeladen: Dabei stand die Honigbiene ganz klar im Mittelpunkt – ist sie doch das Haustier der Imkerinnen und Imker und gilt (nach Schwein und Rind) als drittwichtigstes Nutztier in Mitteleuropa.

Rund um dieses winzige Nutztier hatten sich die Vorstandsmitglieder im Imkerverein einiges einfallen lassen. So gab es eine Verkostung verschiedener Honigsorten: Blüten-, Raps-, Kastanien- und Waldhonig - schon auf den ersten Blick konnten die Besucher die Sorten an der Farbe und Konsistenz unterscheiden, dann das unterschiedliche Aroma erschmecken und bei Bedarf den Lieblingshonig gleich einkaufen. Mit welchen Hilfsmitteln Honig gewonnen wurde, bevor es elektrische Honigschleudern gab, zeigte der detailgetreue Nachbau einer historischen Schleuder. Nebenher konnten aus echtem Bienenwachs Kerzen gerollt und aus Salzteig vorbereitete Bienen angemalt werden, und wer sich am Glücksrad versuchte konnte bei richtiger Antwort auf Fragen aus der Welt der Bienen kleine Preise gewinnen.
Einen Höhepunkt der Veranstaltung bildete der Drohnenwettflug: Vier männliche Bienen wurden aus ihrem Volk ‚entführt‘, mit unterschiedlicher Farbe markiert (mit der der Imker sonst seine Königinnen zeichnet), und in einzelne Behälter gesetzt. Am Kallenberger Weg wurden die Tiere wieder in die Freiheit entlassen. Weil Bienen einen perfekt ausgeprägten Orientierungssinn haben, sollten die Drohnen eigentlich den Weg zurück in ihr Volk finden. Gespannt warteten die Teilnehmer vor dem Flugloch auf die Rückkehr der Probanden. Welcher Drohn wird am schnellsten da sein und das Rennen gewinnen? Am Rande konnte der Ein- und Abflug der fleißigen Arbeiterinnen mit ihren bunten Pollenhöschen beobachtet werden und auch, was mit geschwächten Bienen passieren kann: zwei hungrige Eidechsen verspeisten vor dem Flugloch die Bienen, deren Arbeitsleben ohnehin zu Ende war.
Eine weitere tote Biene landete unter dem Mikroskop, wo ihr prächtiges Haarkleid sowie die 2 große Facetten- und drei kleineren Punktaugen begutachtet werden konnten. Sehr lebendig hingegen zeigten sich die vielen Tausend Bewohner im echten Bienenvolk, wo die Gäste des Imkervereins unterschiedliche Zellen erkennen konnten: in den kleineren Brutzellen wachsen Arbeiterinnen heran, während sich in den größeren Zellen die dickeren Drohnen entwickeln – und unter den flachen, weißen Wachsdeckeln befindet sich der eingelagerte Honig, der direkt aus der Wabe geschleckt noch viel besser schmeckt als aus dem Glas.