Mit der „Kräuterhexe“ in den Frühling

Das Wetter war anfangs noch etwas garstig – aber wenn Engel reisen, dann lacht der Himmel. Ähnliches muss wohl auch für Kräuterfreunde gelten: 18 Erwachsene und 3 Kinder waren der Einladung der Gemeinde Ubstadt-Weiher gefolgt, mit Kräuterfrau Annette Häffele, die Zeuterner Kräuterwelt zu entdecken.

In die tiefen Hohlwege fällt im April noch ausreichend Sonne hinein, damit junge und zarte Blättchen am Boden wie grüne Teppiche sprießen. Das gelbblühende Scharbockskraut soll nur sparsam verwendet werden, wo hingegen die frischen Blättchen von Giersch und Brennnesseln großzügig genossen werden können und sollen: Ihre Farb- und Bitterstoffe regen den Stoffwechsel an, schützen die Zellen und sorgen für den Frühjahrsputz im Körper. „Das tolle ist,“ betont Annette, „dass die Wildkräuter einfach da wachsen, wo es ihnen gefällt.“ Keine Züchtung, kein Dünger und kein Pflanzenschutz schmälern ihren gesundheitlichen Wert. An den Wegrändern sollte man freilich nicht pflücken, und in Schutzgebieten oder bei geschützten Arten ist das Pflücken verboten. Nur gut, dass die Bärlauchbestände um Zeutern so üppig wachsen, dass selbst die Ernte für eine hungrige Wandergruppe kein Problem darstellte. Nachdem mit Herbstzeitlose und Maiglöckchen die wichtigsten Verwechslungsmöglichkeiten erklärt waren, durften die Teilnehmer den Bärlauch für ihr Essen selber pflücken: Im Pfarrzentrum Zeutern wurde Bärlauchfrischkäse ganz frisch angerührt, Bärlauchbutter hatte Annette bereits vorbereitet, und der Clou war wie immer – Annettes Bärlauchstrudel, den sie mit Geschick und Schwung vor den Augen der staunenden Teilnehmer aufrollte – und der nach 45 Minuten im Ofen wunderbar duftete und schmeckte.
Die Gemeinde Ubstadt-Weiher bedankt sich bei Kräuterpädagogin Annette Häffele und ihrer fleißigen Familie für die wunderbare Veranstaltung!