Lidl plant neuen Markt

Der Ortsteil Weiher bekommt nun doch keine neue Netto-Filiale. Stattdessen will die Firma Lidl einen neuen Markt auf dem dafür vorgesehenen Gelände errichten und den momentanen Standort aufgeben. Noch im April hatte der Gemeinderat ein Änderungsverfahren im Gewerbegebiet „Kuckuckswald” in der Ubstadter Straße eingeleitet.

Durch die Umordnung von zwei Grundstücken sollte möglich werden, einen weiteren Lebensmitteldiscounter mit einer Verkaufsfläche von rund 1000 Quadratmetern vor Ort anzusiedeln. Der rückwärtige Grundstücksteil wurde für die so genannte „urbane Nutzung” eingetragen - eine Mischform aus Gewerbe- und Wohngebiet. Mit der nun beschlossenen Änderung des Bebauungsplanes wurde stattdessen der Firma Lidl ermöglicht, einen Markt nach modernen Maßstäben und einer Verkaufsfläche von rund 1200 Quadratmetern zu errichten. Die festgelegte Fläche für das zurückliegende urbane Gebiet wurde dafür entsprechend verkleinert. Ebenso wurde die Erschließungsstraße an die Planänderung angepasst. Bereits zu Beginn der Sitzung gab es kritische Nachfragen aus dem Publikum. Im Fokus standen Bedenken bezüglich des Lärmschutzes für die möglich Wohnbebauung direkt am neuen Markt. Auch Zweifel an ausreichenden Parkmöglichkeiten wurden laut. Ein Besucher regte zudem an, die Möglichkeit versteckter Altlasten auf dem Baugebiet nicht zu unterschätzen. Bevor dort die nun leerstehende Filiale von „Ihre Kette” war, hätte demnach der dortige Maschinenbaubetrieb des Boden durchaus mit Altöl verunreinigt haben können. Bürgermeister Tony Löffler betonte, dass sich durch die Umplanung das Gebiet nicht verschlechtern solle:„Lärmmäßig wird sich wahrscheinlich nicht viel verändern.” Parkplätze seien mit derzeit geplanten 107 ausreichend vorhanden. Auch eventuelle Altlasten habe man im Blick. Der Bebauungsplan erlaubt auch die zweigeschossige Bauweise - dies sei aber von Lidl nicht geplant, wie Löffler erklärte. Eine Vertreterin der Firma Lidl bezeugte im Publikum nickend ihre Zustimmung. „Wir müssen aber auch an die Zukunft denken”, erläuterte das Gemeindeoberhaupt die Entscheidung im Hinblick auf den Flächenverbrauch. Für die freiwerdende Fläche, auf der sich momentan noch der Lidl-Markt befindet, würde sich die Verwaltung einen Drogeriemarkt wünschen. Entsprechende Angebote gibt es aber noch nicht. Als nächster Schritt folgen die Beteiligung der Öffentlichkeit und der sonstigen Träger öffentlicher Belange, also Behörden, bis die Baugenehmigung folgen kann - und das „so schnell wie möglich”, erklärte Löffler.
 
(Zuerst erschienen in der Bruchsaler Rundschau - veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Autoren Sascha Balduf)