Knochenfunde bei Aushubarbeiten beim alten Friedhof in Weiher

Bei Aushubarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen alten Friedhofs in Weiher wurde unter anderem ein komplettes Skelett freigelegt.

Bei Aushubarbeiten auf dem Gelände des alten Friedhofs in der Hirschstraße in Weiher wurden Gebeine und weitere Überreste geborgen.
In dem Gebiet Hirschstraße/Einmündung Rudolf-Händel-Straße befand sich der zweite Friedhof von Weiher, – der erste Friedhof befand sich bei der Pfarrkirche St. Nikolaus - wie eine Arbeitsgruppe des Heimatvereins jüngst festgehalten hat.

Die letzte Bestattung fand im Jahr 1884 statt. Reiner Dick, der als ehrenamtlicher Denkmalpfleger die Aushub- und Bergungsarbeiten begleitete, konnte rund 25 annähernd ost-west ausgerichtete Grabgruben feststellen. Zusammen mit Bauherr und Bruder wurden die weitgehend vollständig erhaltenen Skelette der vormals Bestatteten geborgen. Für ihn ist es essentiell, dass man pietätvoll mit den menschlichen Überresten umgeht – was dem jungen Bauherrn ebenfalls wichtig ist. Dick hat neben etlichen Sargnägeln und Sarggriffen auch zwei gut erhaltene bronzene Sterbekreuze gesichert, außerdem viele weitere Kleinteile, wie Reste von Rosenkränzen. Ein komplettes Skelett, bei dem auch der Schädel gut erhalten ist, wurde sorgsam freigelegt. „Würden wir die Knochen wissenschaftlich untersuchen lassen, könnte man daraus auf viele Details aus der damaligen Zeit schließen, wie Gesundheitszustand und Ernährung der Bevölkerung im 18. und 19. Jahrhundert“, so Reiner Dick. Bürgermeister Tony Löffler und Ursula Hohl, Vorsitzende des Heimatvereins Ubstadt-Weiher, lobten den jungen Bauherrn für seine Kooperation und umsichtige Vorgehensweise. Die Gebeine werden laut Bürgermeister Löffler in Bälde auf dem Friedhof in Weiher beigesetzt, die Kleinfunde durch das Landesdenkmalamt begutachtet.