IRONMAN und Triathlon-Bundesliga

Es war definitiv kein Wochenende wie jedes andere am Hardtsee Ubstadt-Weiher. Für zwei Tage verwandelte sich das sonst so gemütliche „Freizeitzentrum am Hardtsee" in einen Tempel des Spitzensports, auf den sich die Augen der ganzen Welt richteten. Gleich zwei große Triathlon Veranstaltungen wurden hier ausgetragen: Sowohl der Kickoff der Triathlon-Bundesliga als auch der berühmt-berüchtigte Ironman 70.3.

Unzählige freiwillige Helfer aus der ganzen Region sorgten dafür, dass die beiden Großveranstaltungen an diesem außergewöhnlichen Wochenende reibungslos vonstatten gehen konnten, darunter auch mehr als 350 ehrenamtliche Helfer aus Ubstadt-Weiher. Das Wetter spielte den Veranstaltern wie so oft in die Karten – zusammen mit dem hochkarätigen Starterfeld also ideale Wettbewerbsbedingungen.
Den Start markierten am Samstagnachmittag die Nachwuchssportler. In unterschiedlichen Altersklassen zeigten die Ironkids was sie auf dem Kasten haben. Nach dem markerschütternden Knall der Start-Kanone ging es eine Runde durch den Hardtsee, danach auf die Fahrräder und schließlich zu Fuß auf die Rennstrecke. Endlich am Ziel angelangt, wartete bereits Ubstadt-Weihers Bürgermeister Tony Löffler um den ausgepowerten Mini-Champions die hoch verdiente Medaille umzuhängen.
Am Abend waren dann die Großen an der Reihe. Die Spitzensportler der Triathlon Bundesliga erlebten bereits zum fünften Mal am Hardtsee den Kickoff der deutschen Königsdisziplin. Auf der Sprintdistanz mit 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen siegte hier bei den Frauen die Australierin Emma Jeffcoat vom Team TV Buschhütten, die nach 55:30 Minuten ins Ziel sprintete und bei den Männern Top-Favorit Richard Murray, ebenfalls vom TV Buschhütten nach 49:12 Minuten.
Das Highlight des Wochenendes markierte aber am Sonntag dann der Ironman Kraichgau. Bekanntheit erlangte die Marke durch den Wettbewerb auf Hawaii, jedoch gilt auch das Rennen im Kraichgau mittlerweile als Perle des Triathlons.
Um 9 Uhr gingen die Athleten stoßweise im sogenannten “Rolling Start” Verfahren auf die 113 Kilometer lange Strecke. Zuerst exakt 1,9 Kilometer schwimmend durch den Hardtsee, anschließend 90 Kilometer über knapp 1.000 Höhenmeter durch das Kraichgauer Hügelland und schlussendlich bei sengender Hitze auf einem Halbmarathon Richtung Zieleinlauf in Bad Schönborn. Obwohl er erst rund 40 Sekunden nach dem Führungsfeld aus dem Wasser stieg, konnte sich der zweimalige Hawaii-Champion und Olympiasieger von 2008 Jan Frodeno dann bereits auf der Radstrecke an die Spitze setzen. Begeisterte Zuschauer überall an der Rennstrecke, egal ob in Kraichtal, Östringen, Oberderdingen, Zaisenhausen oder Bretten, jubelten dem Star des Tages frenetisch zu, wo immer er auch gerade vorbeikam. Am Ende war Frodenos Vorsprung so groß, das er nach 3:53 Stunden fast eine Viertelstunde vor dem Zweitplatzierten Patrick Dirksmeier über die Bad Schönborner Ziellinie lief. Bei den Damen siegte die Dänin Helle Frederiksen nach 4:31 Stunden vor ihrer Verfolgerin, der Belgierin Alexandra Tondeur.
Das Ende dieses außergewöhnlichen Wochenendes und den damit einhergehenden Sportveranstaltungen, bildeten schließlich die Siegerehrung und die obligatorische Bierdusche. 

In einem Jahr schlägt das Team des Ironman erneut seine Zelte im Kraichgau auf, die Verträge für die nächsten drei Wettbewerbe in den Jahren 2020 bis 2022 im Land der 1000 Hügel wurden bereits bei der Pressekonferenz am vergangenen Freitag unterzeichnet.

Einen Filmbeitrag und eine Bildergalerie finden Sie unter www.hügelhelden.de