Ingenieur rät zu mehr Tempo-30-Zonen

Der Gemeinderat von Ubstadt-Weiher befasst sich mit dem Lärmaktionsplan / Fachbüro präsentiert Ergebnisse

Die dritte Runde des Lärmaktionsplans weist für Ubstadt-Weiher eine gute Zwischenbilanz aus. Alle fünf Jahre werden die Verhältnisse überprüft, nun wurden die Ergebnisse dem Gemeinderat präsentiert.

Das Augenmerk liegt inzwischen ausschließlich auf dem Straßenverkehr: „Die Bahn reagiert wenig flexibel auf Anwohnerwünsche“, so der Vertreter des begleitenden Ingenieurbüros, doch gibt zwischenzeitlich es für den Schienenlärm eine gesonderte Aktionsplanung.
Nach einer eigenen Verkehrszählung wurden unter Berücksichtigung bestehender Schallschutzmaßnahmen, zulässigen Geschwindigkeiten, Steigungen und Straßenoberflächen der Lärm in den Haupt- und Kreisstraßen berechnet. Demnach gibt es in keinem Ortsteil eine gesundheitsgefährdende Belastung von über 70 Dezibel am Tag (nachts 60 Dezibel), wohl aber zwischen 65 und 70 Dezibel (nachts 55 bis 60 Dezibel), was als gesundheitskritisch angesehen wird. Um hier kurzfristig Abhilfe zu schaffen, schlug der Ingenieur Tempo 30 an den stark befahrenen Straßen vor, was zudem eine signifikante Steigerung der Sicherheit für Fußgänger bedeute, insbesondere für Schulkinder. Vordringlichen Handlungsbedarf sah er in Ubstadt an der Bruchsaler Straße vom Ortsteingang bis vor dem Kreisel, in Weiher an der Hauptstraße, in Stettfeld an Schönbornstraße, und Am Katzbach, in Zeutern an Unterdorfstraße und Kapellenstraße. Ein Glücksfall für die Gemeinde ist: Durch die Sanierung der Straße zwischen Ubstadt und Stettfeld werden sich die Werte verbessern, ohne dass der Gemeindekasse Kosten entstehen.
Zudem sind im Lärmaktionsplan sogenannte „Ruhige Gebiete“ aufgeführt, womit keine Wohngebiete gemeint sind, sondern in denen Menschen Ruhe suchen. Unter Ebene eins versteht man große Freiflächen außerhalb wie etwa die Wendelinuskapelle oder das Himmelreich), Ebene zwei sind Flächen in fußläufiger Entfernung zur Wohnbebauung wie Friedhöfe, Ebene drei bezeichnet ruhige Verbindungsachsen wie Radwege.
Eine Informationsveranstaltung für Bürger soll stattfinden, sobald dies coronabedingt wieder möglich ist.
(veröffentlicht in den BNN am 18.06.2020 – Autor Armin Herberger)