Holz-Kunz präsentierte seine neue Sonnenstromanlage auf einem Hallendach

"Wir können Energiewende", sagte Umweltstaatssekretär Andre Baumann gestern beim Besuch der Firma Holz-Kunz in Stettfeld anlässlich der Sommertour durch Baden-Württemberg unter dem mehrdeutigen Motto "Ein Land voller Energie". "Der Wechsel zur Nutzung von regenerativer Energie ist ökologisch geboten und auch ökonomisch sinnvoll", sagte der Umweltstaatssekretär. Der Einsatz regenerativer Energie schone die Umwelt und den Geldbeutel.

"Ökologie und Ökonomie sind keine Gegensätze", sagte die Landtagsabgeordnete Andrea Schwarz. Auch der Landtagsabgeordnete Ulli Hockenberger war gekommen, um sich zu informieren.
Die Firma Holz-Kunz hat auf einem Hallendach insgesamt mehr als 930 Module für Sonnenstrom installiert. Die Anlage entstand mit regionalen Partnern unter der Projektleitung von Ulrich Claus, Energieberater und mit der Ausführung durch die Firma Wirsol und dem Elektro-Unternehmen Elektro-Woll sowie unter Einsatz von Batterieelementen der Firma Tesvol. "Wir haben bei der Installation auf eine hohe Effizienz und eine lange Lebensdauer der Komponenten geachtet", sagt Thomas Heneka, Geschäftsführer von Holz-Kunz. Die Anlage hat eine Spitzenleistung von 250 Kilowatt Peak bei einer Batteriespeicherkapazität von 134 Kilowattstunden. Mit einer 630 kVA-Trafostation ist so einer der größten Stromspeicher entstanden, die das Speicherförderprogramm des Landes Baden-Württemberg mitfinanziert hat.
"Das Förderprogramm hat es uns ermöglicht, unser Solarprojekt auch wirtschaftlich vertretbar umzusetzen", sagt Heneka. "Mit der Unterstützung des Landes errechnet sich eine Amortisationszeit von rund achteinhalb Jahren. Anlass waren für das Unternehmen, die hohen Energiekosten, die Jahr für Jahr anfielen. Mit dem Energieberater Ulrich Claus machte man eine Bestandsaufnahme und entschied sich für Sonnenstrom aus einer Photovoltaikanlage. "Dies passt zu unserem Produkt 'Holz', ebenfalls ein nachwachsender Rohstoff", sagt Heneka. Durch eine effiziente Speicherkapazität und eine intelligente digitale Steuerung kann das Unternehmen den erzeugten Storm bestens ausnutzten und muss nur eine geringe Menge noch hinzukaufen. "Holz-Kunz ist jetzt zu 80 Prozent energieautark", sagt Ulrich Claus. Die Firma hat bereits einige ihrer großen Gabelstapler durch strombetriebene ersetzt. Sägemaschinen und Transportgeräte können seit November vergangenen Jahres fast ausschließlich mit eigenem Strom betrieben werden.
Umweltstaatssekretär Baumann zeichnete das Unternehmen deshalb als "Ort voller Energie" aus. "Die Dübel und die Schrauben für das Anbringen der Tafel kann ich mir hier ja sparen", sagte Baumann schmunzelnd angesichts des Angebots des Holzgroßhandels auch in kleinen Teilen. Bürgermeister Tony Löffler freute sich mit dem Unternehmen über die Auszeichnung und nannte dessen Anlage einen wichtigen Baustein für den Klimaschutz. "Dies ist aber kein Einzelfall in unserer Gemeinde. Nutzung und Erzeugung alternativer Energie sind bei uns wichtige Themen und wir sind immer auf der Suche nach neuen Ideen", sagte er.