Hiebs- und Betriebsplan für den Gemeindewald Ubstadt-Weiher 2021

Dem Wald geht es nicht so gut“, so die einleitenden Worte von Forstbezirksleiter Dr. Simon Boden bei der Vorstellung des Hiebs- und Betriebsplans 2021 im Gemeinderat. Die Zustände seien teilweise dramatisch. Die Eiche als dominierende und wichtigste Baumart im Gemeindewald Ubstadt-Weiher sei noch stabil. Die Buche als zweitwichtigste Baumart hingegen sei nach drei Trockenjahren in Folge stark gefährdet. Auch andere Hauptbaumarten seien betroffen.

Die erforderliche Schadholzaufbereitung sei gefährlich und teuer, das Holz nur zu geringen Preisen vermarktbar. Eine zumindest anteilige Kompensation sieht Dr. Boden in einem vom Land gewährten Schadholzausgleich in Höhe von 6 €/Festmeter, aber auch in neu aufgelegten Förderprogrammen für den Artenschutz und den Naturschutz. Diese würden es beispielsweise ermöglichen, erkrankte Bäume im Rahmen eines sogenannten Todholzkonzept stehen zu lassen und entsprechende Fördermittel vom Land dafür zu generieren.Ein Blick auf eine Karte über die Anbaueignung der Buche für den Zeitraum 2021 – 2050 machte deutlich, dass diese Baumart im Schwarzwald auch in 30 Jahren durchaus noch vertreten sei könnte, im Kraichgau nur bedingt und in der Rheinebene wohl eher gar nicht mehr.Diese Entwicklung habe auch unmittelbare Auswirkung auf den Hiebs- und Betriebsplan für die Waldbewirtschaftung des Jahres 2021 und der Folgejahre. Die Verkaufserlöse würden deutlich sinken, da überwiegend nur eine sogenannte „zufällige Nutzung“, also die Aufbereitung von Schadholz, stattfände. Teilweise minderwertiges Holz müsse zu aktuell schlechten Preisen am Markt veräußert werden. Auf der anderen Seite würden die Ausgaben deutlich ansteigen, da sich die Aufbereitung von Schadholz aufgrund der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften deutlich aufwendiger gestalte und wesentlich mehr in die Anpflanzung, Kulturpflege und Jungbestandspflege investiert werden müsse.Nachdem bereits im Forstwirtschaftsjahr 2020 mit einem Defizit von rund 30.000 € geplant wurde, sei auch im vorliegenden Betriebsplan ein Defizit von 27.000 € ausgewiesen. Überschüsse – wie dies in Vorjahren der Fall war – wären aktuell nicht darstellbar. Allerdings, so Dr. Boden, sei dies eine Investition in die Zukunft. Es werde auch künftig Wald geben, der sähe dann aber etwas anders aus, so seine Einschätzung.Geplant sei ein Holzeinschlag von 2.015 Festmetern. Im 10jährigen Forsteinrichtungswerk sei ein Durchschnitt von 2.400 Festmetern pro Jahr bzw. 24.000 Festmeter im 10-Jahreszeitraum veranschlagt.