Diesmal sind es Zwillinge!

Stellen sich nur tot, sind aber quicklebendig – die Storchen-Zwillinge in den Ubstadter Silzenwiesen

Zwei kleine Jungstörche haben in den Silzenwiesen das Licht der Welt erblickt, und kürzlich bekamen sie Besuch: Fritz Meier vom Verein für Vogel- und Naturschutz Dettenheim wurde per Hubsteiger zu ihrem luftigen Horst gehievt, um zu tun, was er jedes Jahr um diese Zeit tut: Er klickt den jungen Störchen einen nummerierten Ring ans Bein.

Die Nummern auf den Ringen werden die beiden Silzenwiesen-Störche zeitlebens als Ubstadter Kinder ausweisen, und man wird sie künftig unterwegs auf ihrer Zugroute zwischen Sommer- und Winterquartier wiedererkennen können. Aus der Beobachtung des Zugverhaltens der Störche lassen sich wichtige Rückschlüsse auf ihr Verhalten und somit auch auf die Möglichkeiten ihres Schutzes ziehen. Man weiß zum Beispiel, dass Störche oft über viele Jahre mit dem gleichen Partner am gleichen Horst ihre Brut aufziehen. „Die Altvögel hier sind auch die gleichen wie seit Jahren“, stellt Fritz Meier fest. Vom Regierungspräsidium Karlsruhe ist er mit der Beobachtung und Beringung der Jungstörche im Landkreis Karlsruhe beauftragt. „In den Silzenwiesen finden die Störche den Lebensraum den sie brauchen – und den gibt’s nicht mehr oft“ gibt er zu bedenken. Die imposanten Weißstörche brauchen große Feuchtwiesen mit Seggen- und Schilfbeständen wo sie ungestört ihre Jungen aufziehen können. Beste Bedingungen finden sie auch im Naturschutzgebiet Bruch bei Stettfeld vor. Auch dort gibt es dieses Jahr wieder Storchennachwuchs, für den die unermüdlichen Eltern jede Menge Würmer, Mäuse und andere Kleintiere heranschaffen müssen. In ihren Brutgebieten sind die Vögel auch auf die Rücksicht der Besucher angewiesen. Den Bürgerinnen und Bürgern, die durch angepasstes Verhalten während der Brutzeit zum Erhalt einer vielfältigen Vogelwelt beitragen sei an dieser Stelle gedankt!