Der kranke Wald

Stress, Trockenheit und Schädlinge machen auch dem Wald in Ubstadt-Weiher zu schaffen

Forstexperten Jens Schweizer (1.v.re.) und Dr. Simon Boden(2.v.re.) mit Bürgermeister Tony Löffler (4.v.re.), Gemeinderats- und Ausschussmitgliedern bei der Waldbegehung

Ein sonniger Nachmittag im Ubstadt-Weiherer Gemeindewald bei Zeutern. Es ist schön hier, ruhig und herrlich grün. Doch wer genauer hinsieht, der kommt nicht umhin zu bemerken, auch unsere Wälder leiden erheblich unter der Trockenheit der vergangenen Jahre.

Auf den ersten Blick wirkt diese Buche zum Beispiel noch stark und gesund, auf den zweiten aber zeigt sich, der Baum liegt längst im Sterben. Leider kein Einzelfall, wie der Gemeinderat Ubstadt-Weiher und der Ausschusses für Umwelt und Technik bei einer Führung durch die Forst-Experten, Forstbezirksleiter Dr. Simon Boden und Revierleiter Jens Schweizer in Erfahrung bringen konnte.
Es ist kein Wunder dass die Buchen landauf und landab leiden, erreichen Sie doch oft mit ihren Wurzeln keine ausreichenden Wassermengen mehr. Der Bodenspeicher ist seit dem Dürresommer 2018 weitestgehend geleert, eine Erholung ist nach den beiden folgenden Dürresommern 2019 und 2020 nicht in Sicht.
Nur ein mehrwöchiger, anhaltender Landregen könnte diese Reserven wieder auffüllen, doch die Chancen dafür stehen denkbar schlecht. Die bittere Wahrheit ist daher: Unsere Wälder werden sich verändern, müssen durch neue Zusammensetzungen und neue Baumarten widerstandsfähiger gegen den Klimawandel aufgestellt werden.
Der Kraichgauer Wald - er wird sich wandeln müssen, um langfristig zu überleben. Der Klimawandel bleibt die große Bedrohung - Bäume die fast gänzlich ohne Wasser auskommen, gibt es eben nicht.