Brücken in schlechtem Zustand

In Ubstadt-Weiher müssen zwei Überführungen wegen Sanierungen gesperrt werden

Brückensanierungen werden Ubstadt-Weiher noch eine Weile beschäftigen. Als nächstes stehen Arbeiten an der Brücke in der Weiherer Straße, der Kuhbrücke, im Ortsteil Ubstadt an. Saniert werden muss die gesamte Deckschicht nebst Erneuerung der Abdichtung sowie Rückbau der Bordsteine und deren Erneuerung. Von unten gesehen sind die Instandsetzung des Betons sowie der Wiederlager dringend geboten, erläutert die Verwaltung.

Schließlich muss auch das Brückengeländer erneuert werden. Für die Sanierung muss die Kuhbrücke etwa drei Monate für den Autoverkehr voll gesperrt werden, Fußgänger und Radfahrer könnten passieren, so die Verwaltung.
Das Ingenieurbüro Rothenhöfer hat die reinen Baukosten für die Kuhbrücke auf rund 290.000 Euro brutto beziffert. Diese Berechnung ist Grundlage für den Zuschussantrag, dessen Bewilligung aber noch aussteht. Die Sanierungskosten belaufen sich auf circa 330.000 Euro, inklusive Ingenieurhonorar. Zusätzlich muss mit Nebenkosten für Ausschreibung, Bodengutachten sowie zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen von geschätzten 6.500 Euro gerechnet werden. Macht also fast 340.000 Euro Gesamtkosten.
Die Aufnahme in ein Förderprogramm sei bereits zugesichert und ein Zuschuss von zirka 107.000 Euro in Aussicht gestellt, heißt es. Wird der Zuschuss gezahlt, bleibt der Gemeinde ein Eigenanteil von 232.000 Euro und liegt damit um etwa 97.000 Euro über den im Haushalt eingestellten Mitteln. Diese können durch Einsparungen bei und Verschiebungen von Baumaßnahmen refinanziert werden, so die Berechnung der Verwaltung.
Wegen gravierender Mängel (Betonabbrüche, starke Korrosion an tragenden Teilen, instabile Widerlagern) wurde die Brücke über den Kraichbach bei der Kläranlage/Recyclingdeponie für den öffentlichen Kraftfahrzeugverkehr bereits gesperrt und soll nun ebenfalls saniert werden. Allerdings in abgeänderter Form. Ursprünglich sollte die Brücke aus Kostengründen zurückgebaut und durch eine moderne Fachwerktrogbrücke aus Aluminium-Hohlfachprofilen mit einer Breite von 2,50 Meter ersetzt werden, um eine verkehrssichere Fuß- und Radwegverbindung von Weiher in Richtung des neuen DB-Haltepunktes zu haben. Da aber möglicherweise ein Umbau des nahen Kreisels an der K3575/K3584 notwendig wird und somit auch die Zufahrten zu den Recyclinghöfen sowie der Kläranlage neu überdacht werden, müsste evtl. die Fuß- und Radfahrerbrücke zurückgebaut und durch eine neue, auch für den Autoverkehr, geeignete Brücke ersetzt werden. Die Verwaltung schlägt daher vor, die vorhandene Stahlbetonbrücke nicht zurückzubauen und nur die notwendigsten Sanierungsarbeiten durchzuführen.
Dringender Handlungsbedarf besteht bei den Brückengeländern und den Brückenwiderlagern. Diese müssen mit Querriegeln stabilisiert werden. Das Ingenieurbüro Rothenhöfer schätzt die Kosten auf einen Betrag zwischen 25.000 und 30.000 Euro brutto. Dazu kommen noch Ingenieurkosten von etwa 5.700 Euro. Die vorgeschlagenen Maßnahmen könnten eine Nutzung für Fußgänger und Radfahrer für etwa weitere zehn Jahre ermöglichen, sagen die Ingenieure. Mit der Umsetzung soll im Frühjahr 2020 begonnen werden.

(Autor Monika Eisele, veröffentlicht in den BNN am 23.11.2019)