Bis Aschermittwoch gelten elf närrische Gesetze

Im Ubstadter Rathaus regieren die Elfer

Eine Redeschlacht, die sich gewaschen hat, lieferten sich Bürgermeister Tony Löffler und der Elferrat Ubstadt. Der Schultes musste vor der Überzahl der Elfer, den hübschen Gardemädchen und dem Musikverein "Echo" Ubstadt kapitulieren.

Mit kräftigem Kanonendonner unterstützten die Freischärler des Schützenvereins Zeutern den Machtwechsel. Punkt 11.11 Uhr begannen sich Elferratspräsident Richard Niederbühl und Bürgermeister Tony Löffler um Kopf und Kragen zu reden. Trotz heftiger Gegenwehr und Unterstützung von Mitarbeitern und Gemeinderat musste sich Löffler der Narrenzunft beugen. Die Elfer verkündeten postwendend elf neue Gesetze, die ab sofort Gültigkeit haben sollten.
So möchten sie die Hälfte der Gemeinderäte entlassen und durch eine schwarz-rote Regierung ersetzen. Doch Bürgermeister Löffler nahm ihnen gleich den Wind aus den Segeln und konterte, dass die Farbe schnuppe sei, denn nur das Wohl von Ubstadt-Weiher interessiere die Truppe.
Die Bestuhlung der Sport- und Kulturhalle ist den Elfern ein Dorn im Auge, denn aufgrund der Brandschutzauflagen dürfte weniger Stühle gestellt werden. Auf den Vorschlag der Elfer, jeder solle seine eigene Sitzgelegenheit mitbringen, schlug der Schultes vor, sie sollen ihre Prunksitzung im Stehen abhalten. Denn da ließe sich’s besser schunkeln.
Den Weiherer Bürgern halten sie vor, sie würden sich in ihr Schneckenhaus zurückziehen und fordern einen Untersuchungsausschuss. Doch Löffler hat vorausschauend weiches Wasser bestellt, „damit können die Schnecken besser rutschen und schnell mal von Weiher nach Ubstadt flutschen“.
Die Eselhopfer werden gleich zweimal gefordert, einmal als Helfer, um Hindernisse auf dem barrierefreien Friedhofsweg zu überwinden und als Rettungsschwimmer am Hardtsee.
Schließlich schlugen die Elfer noch vor, den Mitarbeitern Eintritt abzuverlangen, damit die Kosten des Rathaussturms finanziert werden können. Löffler kontert mit dem Vorschlag, stattdessen unter den Elfern den Hut herumgehen zu lassen.
Nach einigen Schunkelrunden trafen sich Sieger und Besiegte im Feuerwehrhaus nebenan und beendeten die Fehde nach einer Stärkung unter der bewährten Regie der Helfer der freiwilligen Feuerwehr.
Wie immer findet das Finale des Ubstadt-Weiherer Faschings am Faschingsdienstag mit dem "Zug der Gaudi" statt, der sich ab 14:11 Uhr durch die Straßen von Ubstadt schlängeln wird.