Ausschuss für Umwelt und Technik beschäftigte sich mit Energiethemen

Die Mehrzweckhalle Stettfeld ist bereits auf LED-Beleuchtung umgerüstet.

Vorstellung „Energiebericht 2017“ und Information zum Thema „Klimaneutrale Baugebiete“

Schon seit dem Jahr 2011 läuft die Zusammenarbeit mit der Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe zur Einführung und Pflege eines kommunalen Energiemanagements. Seither erfolgen Begehungen und Erfassungen aller Schulen und Hallen in den einzelnen Ortsteilen. Vorgestellt wurde der Energiebericht für das Jahr 2017 durch Birgit Schwegle, Geschäftsführerin der Energieagentur Kreis Karlsruhe. Anhand einer Präsentation wurde den Ausschussmitgliedern unter anderem aufgezeigt, wie der Energieverbrauch beeinflusst werden kann.

Dies ist zum einen durch eine Betriebsoptimierung mittels investiven Maßnahmen aber auch durch eine Nutzerbeeinflussung z.B. durch Information, Motivation oder Beteiligung möglich. Unter dem Überbegriff Controlling sind unter anderem Gebäudebegehungen, Aufnahme und Aktualisierung der vorhandenen Haustechnik sowie der Regeleinrichtungen, Aufspüren von Gebäudeschwachstellen, monatliche Auswertung von Verbrauchsdaten zu verstehen. Im Bereich Stromverbrauch konnte sie eine Einsparung gegenüber dem Vorjahr von rund 2,3 % vermelden; dies aber verbunden mit dem Hinweis dass durch eine immer stärker werdende Digitalisierung auch der Stromverbrauch zwangsläufig steigen wird. Dennoch zeigen bereits getätigte Investitionen wie z.B. die Installation von LED-Beleuchtungen in Hallen bereits ihre Wirkung. Im Bereich Wärme stieg der Verbrauch gegenüber dem Vorjahr um rund 1,2 % an. Dennoch liegt der Gesamtverbrauch aller Objekte rund 4,1 % niedriger als zu Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011. Auch beim Wasserverbrauch konnte Schwegle eine Verringerung des jährlichen Gesamtverbrauchs gegenüber dem Einstiegsjahr in Höhe von rund 16 % bestätigen. Als Fazit konnte sie vermelden, dass seit der Einführung des Energiemanagements rund 535 Tonnen CO2 eingespart werden konnten, was den wärmebedingten Emissionen von 121 Einfamilienhäusern entspricht.
Auch beim Tagesordnungspunkt „Klimaneutrale Baugebiete“ war das Thema CO2-Bilanz präsent. In Ubstadt-Weiher liegen die Treibhausgasemissionen mit 7,88 Tonnen CO2 pro Einwohner unter dem Landkreisschnitt von 10 Tonnen CO2 pro Einwohner, so Schwegle. Um diese signifikant senken zu können stellen sich jedoch aktuell die Fragen, wie die Infrastruktur für Strom und Wärme sowie für Wohnen und Arbeiten, Mobilität, Digitalisierung und Freizeit weiterentwickelt werden kann und wie Ressourcen effizient eingesetzt werden können. Eine Gasbrennwertheizung allein kann heute schon nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Zukünftig muss man Energiekonzepte ganzheitlich für Baugebiete betrachten. In Deutschland steckt dieses Thema noch in den „Kinderschuhen“ wobei für Große Kreisstädte ab dem Jahr 2020 entsprechende Planungen zur Pflicht werden. Für kleinere Kommunen besteht diese Verpflichtung bislang noch nicht, so Schwegle. Interessant zu erfahren war über dies, dass aufgrund der immer besser gedämmten Häuser das Thema der Zukunft nicht die Heizung sondern die Energie zum Kühlen werden wird.