„Stärker als Gewalt“

Im Rahmen des Aktionsmonats November unter dem Thema „Stärker als Gewalt“ möchte sich die Gemeindeverwaltung Ubstadt-Weiher mit der Veröffentlichung verschiedener Berichte zum Thema Gewalt beteiligen. Nachfolgen möchten wir einen Überblick über Anlaufstellen und Kontaktmöglichkeiten geben. Ausführliche Informationen können Sie den nachstehenden Texten entnehmen.

Die Website www.stärker-als-gewalt.de informiert über verschiedene Formen der Gewalt und bietet passende Hilfsangebote für Betroffene und Ratsuchende.

„Stärker als Gewalt“
Die Initiative Stärker als Gewalt ist Teil des Aktionsprogrammes der Bundesregierung „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ und setzt sich dafür ein, dass betroffene Frauen und Männer den Mut finden, sich Hilfe zu holen, wenn sie von körperlicher, sexueller, psychischer oder häuslicher Gewalt betroffen sind. Zudem soll das Umfeld von betroffenen Personen auf das Thema Gewalt sensibilisiert werden.
Statistisch gesehen ist jede vierte Frau mindestens einmal Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt und sogar jede dritte deutsche Frau mindestens einmal im Leben von psychischer und/oder sexueller Gewalt betroffen. Doch nicht nur Frauen auch Männer können von Gewalt betroffen sein. Das kann sich nur ändern, wenn sich die ganze Gesellschaft gegen Gewalt einsetzt. Gemeinsam sind wir stärker als Gewalt!

Eines der wichtigsten Ziele ist es, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass sie nicht allein sind und man ihnen helfen kann. Doch wie erkennt man Gewalt und wie sollte man selbst handeln? Wo findet man Beratungen und Hilfe? Diese und andere Fragen klärt die Website www.stärker-als-gewalt.de. Die Website informiert über verschiedene Formen der Gewalt und bietet passende Hilfsangebote für Betroffene und Ratsuchende.
Wenn Sie von Gewalt betroffen sind, melden Sie sich anonym, kostenfrei, rund um die Uhr und barrierefrei in deutscher Sprache und 17 Fremdsprachen beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 08000 116 016 oder über die Homepage www.hilfetelefon.de. Unterstützung in der Nähe finden Sie bei der Beratungsstelle Libelle der SopHiE gGmbH in Bruchsal telefonisch unter 07251/7130-323 oder direkt vor Ort in der Prinz-Wilhelm-Straße 3 in Bruchsal.

Sexualisierte Gewalt
Jeder Übergriff auf die sexuelle Selbstbestimmung ist sexualisierte Gewalt! Hierzu zählen nicht nur körperliche Übergriffe wie Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexueller Missbrauch etc. sondern auch sexuelle Belästigungen und jede Form unerwünschter sexueller Kommunikation (u.a. obszöne Worte und Gesten, aufdringliche Blicke oder das Zusenden sexueller Inhalte). Alleine 2018 wurden rund 10.000 Fälle in der Kriminalstatistik der Polizei dokumentiert. Doch nur 5 bis 15 Prozent dieser Straftaten werden angezeigt und so bleibt eine hohe Dunkelziffer.
Dass sexuelle Gewalt vor allem von fremden Tätern ausgeht ist ein weitverbreiteter Irrglaube, denn Statistiken belegen, dass Betroffene den Täter häufig kannten. Vermehrt glauben Menschen, dass sich sexuelle Gewalt vermeiden lässt, wenn dunkle Parks und Gassen gemieden werden. Zudem kann es überall zu sexueller Gewalt kommen, ob zuhause in der Schule, im Internet oder Sozialen Medien, in Vereinen, sozialen Einrichtungen und weiteren. Besonders gefährdet sind Frauen, die in Abhängigkeitsbeziehungen leben.
Seit 2016 gilt im Strafrecht Nein heißt Nein. Es spielt keine Rolle ob sich eine Frau körperlich gewehrt hat. Ein Übergriff gegen den Willen wie Vergewaltigungen oder Missbrauch bleibt eine Straftat.
Bei Sexueller Gewalt können Betroffene bei jeder Situation die bedrohlich erscheint die 110 rufen. Bei Straftaten können Betroffene auch einen Strafantrag oder eine Strafanzeige erstatten, sobald die Polizei davon erfährt muss sie ermitteln. Für den Landkreis Karlsruhe ist die Beratungsstelle „Wildwasser“ zuständig, welche unter 0721-859173 oder www.wildwasser-frauennotruf.de erreichbar ist. Ebenfalls kann man sich ans Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 08000-116016 wenden.

„Die Häusliche Gewalt“
Häusliche Gewalt ist Gewalt, egal ob körperlich, physisch oder sexuell innerhalb einer bestehenden oder bestandenen nicht ehelichen Lebensgemeinschaft, Ehe oder eingetragenen Lebenspartnerschaft. Doch die Häusliche Gewalt muss sich nicht nur in den eignen vier Wänden abspielen. Auch in der Öffentlichkeit tritt sie immer wieder auf. Großteils sind zwar Frauen betroffen, dennoch betrifft häusliche Gewalt auch Männer.
Wichtig ist es Warnsignale frühzeitig zu erkennen, denn meist bahnt sich die Häusliche Gewalt schleichend an und verschlimmert sich mit der Zeit. Woran man erkennen kann das Menschen in ihrem Umfeld betroffen sein könnten? Diese und vielen weiteren Fragen beantwortet www.stärker-als-gewalt.de .Häusliche Gewalt ist strafbar, das Strafrecht macht keinen Unterschied, ob die Taten außerhalb oder innerhalb einer Partnerschaft verübt wurden.
Im Falle der Häuslichen Gewalt wird Hilfe vom Hilfstelefon „Gewalt gegen Frauen“ kostenlos, anonym und kompetente Beratung unter 08000-116016 angeboten. Auch die Bundesweit vertretenen Frauenberatungsstellen sind Anlaufstellen für Menschen die Gewalt an Frauen beobachten. Eine weitere Möglichkeit die Schutz vor Gewalt bietet sind Frauenhäuser. Falls Kinder von häuslicher Gewalt betroffen sind bieten die Jugendämter Beratung an. Auch telefonisch und anonym.
Das Hilfetelefon „Gewalt an Männern“ bietet Beratungen für Männer die von häuslicher Gewalt betroffen sind unter der Nummer 0800-1239900.