Die Straßen sind proppenvoll. Die Polizei wird es drei Stunden später anders formulieren, nämlich von gut 8 000 Zuschauern sprechen. „Vielleicht hat das gute Wetter so viele angelockt“, vermutet ein Polizeisprecher. Vielleicht wollten aber auch alle einfach nur den Ubstadter Umzug sehen. Aber ja, das Wetter hätte nicht besser sein können. Die Sonne knallte von einem strahlend blauen Himmel und die wirklich niedrigen Temperaturen störten nur den, der bewegungslos im Schatten blieb, nicht mitschunkelte und nicht nach vom Himmel gefallenen Süßigkeiten tauchte – und solche Leute waren nicht zu sehen. Am besten ging es natürlich all den Narren, die sich in Plüschfelle gehüllt hatten. Was da nicht alles Tierisches unterwegs war! Kleine Löwen und Elefanten, Frösche und Schweinchen standen erwartungsvoll an den wimpelgeschmückten Straßenrändern, hielten die Tüten auf und sagten froh: „Helau!“, wenn etwas darin landete.
Von Tieren hatten es auch – quasi – einige Faschingsvereine: „Ein grüner Frosch regiert Ba-Wü, ein böser Wulff saß in Bellevue“, reimten die Ubstadter Narrenfüchse. Und schlussfolgerten: „Märchen bleiben bestehen, Präsidenten müssen gehen.“
Präsident Niederbühl musste nicht gehen, sondern laufen, schaffte aber seinen Anschluss spielend. Und wer fuhr da noch mit auf dem Umzugswagen des Elferrates? Auf dem Hut steht es drauf: Als „Al Capone“ hat sich Bürgermeister Tony Löffler herausgeputzt. Ob er den Narren damit etwas sagen will? Jedenfalls wirft er ihnen freundlich lächelnd Süßes zu.
Die milden Gaben der 70 Fußgruppen und Wagen wurden mit Begeisterung akzeptiert. Überhaupt: Was war das für eine Bombenstimmung am Straßenrand! Nicht nur im Umzug fuhren Bruchsals GroKaGe oder Karlsdorfs Bockweddel mit, auch in der Menge standen Narren aus der ganzen Region. Eine Gruppe Unteröwisheimer, die bei der St.-Andreas-Kirche johlten und feierten, verkündeten, im nächsten Jahr auch wieder dabei sein zu wollen. Und zwischen die „Ubstadt-Helau“-Rufe mischte sich immer mal wieder ein „Brusl Ahoi“ oder ein „Wickerwacker, Wickerwacker, heu, heu, heu“.
Und als dann die Weiherma Badschbläddle und die Hardtseegugga, der TVE Weiher, die Musikvereine Ubstadt und Weiher und all die anderen Ubstadt-Weiherer samt ihren Gäste von auswärts vorbeigezogen waren, blieben die Narren einfach noch da. Denn Wetterlage und Stimmung waren nach wie vor blendend. Kurz vor Schluss, kamen noch die „Nachzügler“ vorüber, so hatte sie das Programm angekündigt: Kehrmaschinen räumten den feiernden Narren still und leise hinterher.
(Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der BNN).
Gemeinde Ubstadt-Weiher
Bruchsaler Str. 1-3
76698 Ubstadt-Weiher
07251 617-0
Fax: 07251 617-60
gemeinde@ubstadt-weiher.de
22.02.2012 In Ubstadt schunkelte alles mit
8 000 Narren kamen zum 58. Gaudiwurm – und feierten bei strahlendem Wetter und Bombenstimmung
Es fängt damit an, dass der Präsident dem Gaudiwurm hinterherläuft. Aber kein Grund zur Panik, Richard Niederbühl bemüht sich nur, mit wehendem Cape seine Leute vom Elferrat Ubstadt einzuholen. Die haben sich schon aufgestellt und bewegen sich langsam vorwärts, denn in wenigen Minuten geht er los, der 58. „Zug der Gaudi“ in Ubstadt.
Es fängt damit an, dass der Präsident dem Gaudiwurm hinterherläuft. Aber kein Grund zur Panik, Richard Niederbühl bemüht sich nur, mit wehendem Cape seine Leute vom Elferrat Ubstadt einzuholen. Die haben sich schon aufgestellt und bewegen sich langsam vorwärts, denn in wenigen Minuten geht er los, der 58. „Zug der Gaudi“ in Ubstadt.


