Gemeinde Ubstadt-Weiher
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Das Kelterhaus und seine Geschichte

Das Kelterhaus ist das älteste Gebäude in Ubstadt. Es wurde um 1600 errichtet und diente als Bannkelter des Hochstifts Speyer. Jeder Winzer war verpflichtet, seine zu kelternde Weinmaische auf dieser Kelter auszupressen. Für die Benutzung der Herrschaftskelter musste von jeder zehnten „Stütze“ (etwa 15 Liter) eine als Entlohnung abgegeben werden. Das Gebäude gehörte dem Hochstift, der Weinzehnte dem Stift St. German zu Speyer als Inhaber des Patronatsrechts über die Ubstadter Kirche, wobei ein Teil des Weinzehnten zeitweilig den Bischöfen überlassen wurde. Mit dem Ende der geistlichen Territorialherrschaften 1802/03 ging das Zehntrecht bis zu seiner Ablösung durch die höhere Grundsteuer 1830 an den badischen Staat über. Nach alter Überlieferung soll ein unterirdischer Gang vom Kelterhaus zum Gewölbekeller des Pfarrhausareals geführt haben, in dem der Zehntwein gelagert wurde.
1589 überließ das Stift St. German dem Bischof Eberhard von Dienheim auf 25 Jahre unentgeltlich den vierten Teil des Weinzehnten zu Ubstadt und Zeutern. Dafür mussten die bischöflichen Beamten Sorge tragen, dass bei der Abgabe der übrigen ¾ des Weinzehnten das Stift nicht von den Abgabepflichtigen hintergangen wurde. Das übertragene Recht veranlasste den bischöflichen Landesherrn, an der Ubstadter „Bannkelter“ sein Wappen anbringen zu lassen. Das Gebäude diente bis 1998 den Winzern Ubstadts als Kelter und wurde danach für Weinfeste genutzt. 2009/10 wurde es von der Gemeinde mit Zuschüssen des Bundes und des Landes restauriert und umgebaut.
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Der Wappenstein des Bischofs Eberhard von Dienheim (oben heutiger Zustand, unten ursprünglicher Entwurf): Links das Wappen des Hochstift Speyer (silbernes Kreuz auf blauem Grund) Rechts das Wappen der Fürstpropstei Weißenburg/Elsass (doppeltürmiges Tor mit einem aus dem linken Turm herausragenden Bischofsstab). In der Mitte das Wappen des Adelsgeschlechts von Dienheim (schreitender weißer Löwe mit goldener Krone). |
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Eberhard von Dienheim aus rheinischem Geschlecht hat als Fürstbischof von Speyer 1581 bis 1610 drei unterschiedliche Spuren hinterlassen:
Als geistlicher Oberhirte seiner Diözese hat er im Rahmen der Gegenreformation die Bildung und den kirchenkonformen Lebenswandel des Klerus durch strenge Visitationen und intensive Belehrungen emsig gefördert. Außerdem hat er die religiöse und allgemeine Bildung der Bevölkerung durch Schul-gründungen und durch die Herausgabe des Speyerer Gesangbuches (1599) gefördert. Als weltlicher Landesherr hat er infolge aufwändiger Hofhaltung und Prachtliebe in steter Geldnot die Staatsschulden erheblich vermehrt und wegen fragwürdiger Finanzgeschäfte heftige Kritik des Domkapitels hinnehmen müssen. Als juristisch gebildeter kaiserlicher Rat und Kammerrichter hat er sich aber um die Förderung des Rechtswesens verdient gemacht. |

Heute wird das Kelterhaus als Kulturstätte und für Feiern aller Art genutzt. Ein zweckmäßiger Anbau beherbergt sanitäre Anlagen und Funktionsräume, wie Küche und Ausschanktheke. Modernste Technik und traditionelle Baustoffe sorgen für ein sehr angenehmes Klima im Innern des Kelterhauses.

Parkplatzplan Kelterhaus Ubstadt

Reservierungsinformationen:
- Kelterhaus Ubstadt, Obere Straße 11, 76698 Ubstadt-Weiher
- Gemeinde Ubstadt-Weiher
- Tel. 07251/61715, Fax 07251/61760
- gaertner@ubstadt-weiher.de
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