Zweckverband Wasserversorgung Kraichbachgruppe informiert: Kein PFC im Trinkwasser

Am 12. März 2018 hat das Gesundheitsamt Karlsruhe beim Wasserwerk des Zweckverbandes Wasserversorgung "Kraichbachgruppe" mehrere Wasserproben genommen und diese auf PFC untersuchen lassen. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt in Sigmaringen erstellte ein Gutachten zu den Wasserproben. Dieses liegt in der Zwischenzeit dem Gesundheitsamt sowie dem Zweckverband Wasserversorgung "Kraichbachgruppe" vor. Das Ergebnis ist sehr erfreulich. In der untersuchten Trinkwasserprobe konnte kein PFC nachgewiesen werden.

Aber was ist PFC überhaupt und warum können wir über dieses Ergebnis so froh sein?
PFC ist eine Abkürzung für per- und polyflourierte Chemikalien. Diese Stoffgruppe umfasst mehr als 3.000 verschiedene Stoffe. PFC kommen natürlich nicht vor. Chemisch gesehen, bestehen die organischen Verbindungen aus Kohlenstoffketten verschiedener Längen, bei denen die Wasserstoffatome vollständig oder teilweise durch Flouratome ersetzt sind. PFC finden wegen ihrer besonderen Eigenschaften (wasser-, fett- und schmutzabweisend sowie chemisch und thermisch stabil) in vielen Verbraucherprodukten wie Kochgeschirr, Textilien und Papieranwendung. So werden PFC gern in Outdoorkleidung und Arbeitskleidung eingesetzt und die PFC-haltigen Imprägniermittel helfen, dass auch nach mehrmaligem Waschen diese Eigenschaften in den Textilien bestehen bleiben. Die gleichzeitig fett- und wasserabweisenden Eigenschaften werden außerdem in der Lebensmittel-verpackungsindustrie geschätzt und somit kommen PFC beispielsweise in Pappbechern oder Pizzakartons zum Einsatz. Weitere Anwendungsgebiete der PFC sind zum Beispiel Feuerlöschschäume, Wachse / Schmiermittel (z. B. Ski-Wachse), Pestizide und Baustoffe
(z. B. Wetterschutzfarben und Lacke). Laut Auskunft des Umweltbundesamtes sind PFC gefährlich für den Menschen. In Langzeitstudien mit Ratten und Mäusen fördern PFC die Entstehung von Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Eine aktuelle Untersuchung weist auf mögliche Einflüsse bei der Fruchtbarkeit von Frauen hin. PFC kann rein theoretisch über Nahrungsmittel oder aber über das Trinkwasser in den menschlichen Körper gelangen. Das Umweltbundesamt sieht mehrere direkte oder indirekte Quellen auf deren Weg PFC in die Umwelt gelangen können. Möglichkeiten bestünden bei der Herstellung und Weiterverarbeitung von perflourierten Chemikalien oder bei der Produktion flourierter Polymere. Gelangen hier PFC über das Abwasser in Kläranlagen, so sind diese häufig nicht in der Lage die PFC aus dem Abwasser zu bekommen. Über die PFC-belasteten Abwasser einer Kläranlage könnten so die Stoffe in das Grundwasser gelangen. Das gleiche gilt für Abwässer der Industrie z. B. bei der Textilveredlung, Galvanik oder Papierindustrie. Indirekte Quellen sind z. B. das Waschen PFC-behandelter Textilien, PFC in Haushaltschemikalien
(z. B. Imprägniersprays) oder flüchtige perflourierte Chemikalien aus Heimtextilien und Teppichen. PFC spielten in der Bundesrepublik im Trinkwasser so gut wie keine Rolle. Der Zweckverband Wasserversorgung "Kraichbachgruppe" ist sehr glücklich darüber, dass wir allen Nutzern eine gute Trinkwasserqualität bieten können und das Thema PFC in Forst, Ubstadt-Weiher, Zeutern und Stettfeld keine Rolle spielt.

(created on 13. April 2018)